Unterwegs auf dem Elberadweg in Hamburg
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Unterwegs auf dem Elberadweg

« Von Tschechien bis zur Nordsee »

Der Radweg an der Elbe vom Riesengebirge in Tschechien über Prag, Dresden und Hamburg bis hin zur Nordsee ist einer der längsten und spannendsten Radwege, der in Mitteleuropa absolviert werden kann. Da die 1.280 Kilometer für den klassischen Tourenradler jedoch eine zu lange Zeit in Anspruch nehmen würden, möchten wir Ihnen an dieser Stelle schöne Städte und beeindruckende Landschaften vorstellen, die sich über eine Tagestour erkunden lassen.

Die Quelle im Riesengebirge

Seinen Ursprung nimmt der Fluss auf 1.386 Meter Höhe. Das Riesengebirge in Tschechien nahe der polnischen Grenze bietet ein tolles Ziel für eine Tagestour an der Quelle der Elbe. In einem Hochmoor gelegen, ist die Quelle im Nationalpark nur zu Fuß zu erreichen. Mit dem Sessellift und dem Rad können Urlauber jedoch auf 500 Meter herankommen und starten dort in den Elberadweg, der hier durch die Höhenmeter durchaus als Herausforderung bezeichnet werden kann. Die Tour führt abwärts in den bekannten tschechischen Wintersportort Spindlermühle. Mit Rodelbahn, Bike-Park oder Therme ist der hoch gelegene Ort die ideale Unterkunft für einen Bergurlaub in Tschechien.

Elbwasserfall Riesengebirge
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Ein Abstecher nach Prag

Die Elbe fließt auf 357 Kilometern in einem weiten Bogen durch das nördliche Tschechien mit der Region Böhmen. Die tschechische Hauptstadt Prag erreicht der Fluss dabei nicht. Jedoch führen Abstecher vom Elberadweg in die „Goldene Stadt“, die den Umweg lohnenswert macht. Prag ist eines der touristischen Highlights in ganz Europa. Die Stadt an der Moldau hat eine lange Historie und zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die Prager Burg und der Veitsdom im Hradschin thronen in einem herrlichen Panorama weit über der Stadt. Die Karlsbrücke über der Moldau lädt Fußgänger zum Verweilen ein. Flanieren und tschechisches Bier trinken lässt sich auf dem Wenzelsplatz oder im Goldenen Gässchen.

Prag mit der Moldau im Vordergrund - Unterwegs auf dem Elberadweg
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Das Elbsandsteingebirge erkunden

Auf der deutschen Seite der Grenze durchläuft der Elberadweg die Sächsische Schweiz. So wird der Teil des Elbsandsteingebirges diesseits der Grenze genannt, welches sich Tschechien und Deutschland teilen. Als ideales Domizil gilt Bad Schandau. Vom kleinen Städtchen an der Elbe lässt sich wunderbar eine Tagestour mit dem Rad in das Elbsandsteingebirge unternehmen. Tafelberge, Felsenriffe oder Schluchten geben diesem kleinen Gebirge sein unverwechselbares Aussehen. Besonders die stattlichen Schlösser, die in malerischer Kulisse im Elbsandsteingebirge über dem Fluss gelegen sind, machen die Reise bereits lohnenswert. Unter der Loschwitzer Elbbrücke, dem sogenannten „Blauen Wunder“ hinweg, führt der Elberadweg vom Elbsandsteingebirge in die sächsische Landeshauptstadt Dresden.

Die Loschwitzer Brücke kurz vor Dresden - Unterwegs auf dem Elberadweg
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Die Städte Dresden und Meißen

Dresden ist für jeden Radler auf dem Elberadweg einen längeren Zwischenaufenthalt wert. Elbflorenz, wie die Stadt wegen ihrer zahlreichen barocken Prunkbauten genannt wird, lässt sich nicht in einem Tag erkunden. Alleine die Uferpromenade an der Elbe mit dem Zwinger, der Kathedrale, der Semperoper und der Brühlschen Terrasse kann jeden Besucher für viele Stunden in seinen Bann ziehen. Hinzu gesellen sich das Residenzschloss, der Fürstenzug und natürlich die Frauenkirche am Neumarkt, die seit ihrer Wiedererrichtung die Silhouette der Altstadt komplettiert. Ebenfalls ist ein Ausflug mit dem Boot auf der Elbe ein gern genutzter Ausflugstipp. Im weiteren Flussverlauf folgt die Residenzstadt Meißen. Weit über die Region hinaus bekannt ist die dortige Porzellanmanufaktur, die Besucher bei Führungen erkunden können. Auch der Dom zu Meißen und die gesamte historische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen sollten auf keiner Tagestour entlang des Elberadwegs fehlen.

Elbe bei Dresden - Unterwegs auf dem Elberadweg
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Von Magdeburg nach Dessau

Die Elbe fließt hinter Sachsen in flachere Regionen, die auch von Tourenradlern problemlos bewältigt werden können. Im Bundesland Sachsen-Anhalt lädt eine Radtour von Magdeburg nach Dessau ein. Mit 92 Kilometern eine durchaus ambitionierte Route, die jedoch an ihrem Start- und Zielort kaum Wünsche offenlässt. Zu fahren ist der Elberadweg hier in beide Richtungen. Magdeburg ist die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt. Bereits aus der Ferne wirft die Ottostadt durch den Dom zu Magdeburg ihre Schatten voraus. Eine der ältesten Städte Deutschlands wartet auf die Radler. Besonders sehenswert sind das Kloster Unser Lieben Frauen, der Jahrtausendturm oder die Grüne Zitadelle. Ein paar Kilometer entfernt liegt Dessau. Die Stadt ist fest mit dem Begriff Bauhaus verbunden. In diesem deutschen Kulturschatz sind bedeutende Kunst- und Designausrichtungen entstanden. Von hier ist es nur ein kleiner Umweg zu den UNESCO-Stätten des Gartenreichs Dessau-Wörlitz, wo Naturliebhaber auf ihre Kosten kommen werden.

Dom zu Magdeburg an der Elbe - Unterwegs auf dem Elberadweg
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Tagestour durch Hamburg

Bei der Reise auf dem Elberadweg zwischen Tschechien und der Nordsee ist die Millionenstadt Hamburg der große Anziehungspunkt auf der Reise. Die Hansestadt verdankt der Elbe ihre gesamte Historie, denn ohne den Fluss wäre hier der weltberühmte Hafen niemals entstanden. Hamburg ist eine internationale Stadt mit Charakter und Flair. Die Binnenalster, Hafencity, Speicherstadt, Planten & Blomen, der Fischmarkt oder die Reeperbahn sind auf der ganzen Welt bekannt. Radler, welche die Stadt auf dem Elberadweg passieren, sollten hier mindestens eine Übernachtung einplanen. Bei Besuchen im Wachsfigurenkabinett, in einem der zahlreichen Opernhäuser, im Miniaturwunderland oder in der Elbphilharmonie vergeht die Zeit schnell wie im Fluge. Natürlich darf auch eine Barkassenrundfahrt durch den Hafen oder eine kleine anrüchige Stippvisite auf St. Pauli nicht fehlen. Die Hansestadt hat für jeden Besucher etwas zu bieten.

Elbphilharmonie
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Mündung bei Cuxhaven in die Nordsee

Je nach Fahrtrichtung ist die erste oder die letzte Stadt auf dem Elberadweg Cuxhaven. Das Nordseeheilbad ist zentraler Ort für Radtouren. Hier hat der Fluss seine weiteste Ausdehnung und mündet breit in die Nordsee. Das gesamte Cuxland eignet sich hervorragend für naturnahe Radtouren, die auch einmal genau auf dem Kamm des Deiches verlaufen können. Bei einem Fischbrötchen den Salzduft der Nordsee in der Nase zu haben und dabei die Schafe auf dem Deich zu beobachten, ist die beste Entspannung für Körper und Seele überhaupt. Besonders beliebt in Cuxhaven ist die Aussichtsplattform Alte Liebe. Von hier ist der Blick auf die Weite der Elbe atemberaubend. Riesige Ozeanriesen und Kreuzfahrtschiffe lassen sich am Horizont erblicken. Cuxhaven ist zudem ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung des Nationalparks Wattenmeer oder der Inseln Neuwerk und Cuxhaven.

Elbmündung in Cuxhaven
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Elberadweg: Welche Richtung ist besser?

Viele Radler folgen bei einer Tour entlang von Flüssen dem Verlauf von der Quelle bis zum Meer. Dies hat zumeist den Hintergrund, dass mit der Fließrichtung die Höhenmeter abfallen und die Tour daher als leichter betrachtet wird. Ein wichtiger Aspekt ist die Auswahl von Radjacken für Damen und Herren, Sporthosen und anderen Radbekleidungsstücken. Speziell bei der Elbe ist die Frage „Elberadweg: Welche Richtung ist besser?“ eine wichtige. Da die meisten Radler nicht die kompletten knapp 1.300 Kilometer von Tschechien bis zur Nordsee fahren, kann eine Tagestour durchaus flussaufwärts verlaufen. Besonders in Meeresnähe sollte dies hilfreich sein, damit der Wind sich im Rücken befindet und keinen Widerstand darstellen kann. Doch auch in flacheren Regionen in Niedersachsen oder in Sachsen-Anhalt spielt es keine große Rolle, in welche Richtung dem Elberadweg gefolgt wird. Die Sehenswürdigkeiten und die malerische Strecke sind in beiden Fließrichtungen der Elbe gleich schön.

Unterwegs auf dem Elberadweg
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