PFC-freie Kleidung

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Die Schönheit der Natur beim Wandern, Bergsteigen oder Radfahren erleben und dabei PFC-imprägnierte Sportbekleidung tragen? Irgendwie widersinnig. Das dachten sich auch einige renommierte Hersteller aus der Outdoor-Branche, sodass immer mehr Marken auf PFC-freie Kleidung umsteigen. Doch was versteht man überhaupt unter PFC? Und was ist das Problem mit diesen Stoffen? Diesen Fragen gehen wir in diesem Beitrag auf den Grund.

Was ist PFC?

PFC ist die gängige Abkürzung für „per- und polyfluorierte Chemikalien“. Dabei handelt es sich um eine Stoffgruppe mit 3000 verschiedenen, nicht natürlich vorkommenden Substanzen. Sie finden in diversen Produkten des täglichen Bedarfs Verwendung, beispielsweise in Kochgeschirr, Papier und Textilien.  Chemisch betrachtet setzen sich die organischen Verbindungen aus unterschiedlich langen Kohlenstoffketten zusammen, die statt Wasserstoffatomen zur Gänze (perfluoriert) oder zum Teil (polyfluoriert) Fluoratome aufweisen. Perfluorierte Carbon- und Sulfonsäuren sowie deren Vorläuferverbindungen werden dabei am häufigsten verwendet.

Anmerkung: Vorläuferverbindungen bezeichnen jene Substanzen, die sich zu den beständig perfluorierten Stoffen abbauen können.

Junge Frau mit Fahrrad, mit Regenjacke, klassischer Art
© PEPPERSMINT – stock.adobe.com

Warum wird Kleidung mit PFC hergestellt?

Wenn es bei schlechtem Wetter über Stock und Stein geht, werden einige Anforderungen an die Outdoor-Bekleidung gestellt. Eine Regenjacke, Wanderhose und sonstige Funktionskleidung sollte in erster Linie wasser- und schmutzabweisend sowie gleichzeitig atmungsaktiv sein. PFC bringen diese Eigenschaften mit sich. Deshalb werden sie von einigen Unternehmen nach wie vor zur Imprägnierung von Jacken und Hosen eingesetzt – und das, obwohl per- und polyfluorierte Chemikalien als gesundheits- und umweltschädlich gelten. Sie können etwa das Hormonsystem und die Fortpflanzung vieler Lebewesen beeinträchtigen. Manche Stoffe sollen krebserregend sein. Einmal freigesetzt, lassen sie sich kaum noch aus der Umwelt entfernen, zumal die persistenten organischen Verbindungen praktisch nicht abgebaut werden. Dies ist ein ernstzunehmendes Problem, auf das Umwelt- und Gesundheitsorganisationen regelmäßig hinweisen.

Drainage der mit perfluorierten Tensiden belasteten Fläche bei Scharfenberg
Von Leyo – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5 ch, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7578124

Was bedeutet PFC-freie Kleidung?

Wenn ein Hersteller von Sportbekleidung und Wanderbekleidung PFC-free produziert, so bedeutet das, dass er komplett auf den Einsatz der potenziell schädlichen Chemikalien verzichtet. Selbstverständlich muss eine PFC-freie Regenjacke dennoch Wasser abweisen können. Dies gelingt Herstellern wie Maier Sports und GOnso mit speziellen Membranen, die meist auf Polyester oder Polyurethan basieren.

Fahrradjacken Gonso Damen

Hinweis: Die alternative Imprägnierung einer hochwertigen Regenhose oder Regenjacke, die PFC-frei ist, lässt Wasser ähnlich gut von der Oberfläche abperlen wie per- und polyfluorierte Chemikalien. Allerdings ist sie (noch) nicht ganz so widerstandsfähig gegen Schmutz, Öle und Fette im Allgemeinen. Diese Eigenschaften ebenfalls umweltfreundlich zu gewährleisten, dürfte der nächste Entwicklungsschritt sein.

Fahrradjacken Gonso Herren

Maier Sports als Pionier für PFC-freie Kleidung: andere Firmen folgen

Zu den ersten Outdoor-Marken, die bei der Herstellung ihrer Sportbekleidung auf per- und polyfluorierte Chemikalien verzichtet haben, gehört Maier Sports. Das bekannte Unternehmen aus dem beschaulichen Köngen in Baden-Württemberg setzt inzwischen komplett auf eine PFC-freie Jacken und Hosen. Schon als Greenpeace im Jahr 2013 mit ihrer Detox-Kampagne unter anderem Unternehmen aus der Outdoor-Branche eindringlich dazu aufrief, per- und polyfluorierte Chemikalien bei der Kleidungsherstellung außen vorzulassen, begann Maier Sports damit, intensiv an einer Lösung zu tüfteln.

Mit seiner Mission "Clean Function" hat sich die Maier Sports verpflichtet, die Produkte aus Materialien herzustellen, die PFC-frei sind

Tatsächlich präsentierte der Hersteller noch 2013 seine erste PFC-freie Regenjacke – echte Pionierarbeit also. In der Folge setzte sich das Unternehmen das Ziel, bis 2020 seine gesamte Kollektion ohne diese fragewürdigen Stoffe, aber weiterhin gewohnt leistungsstark zu imprägnieren. Weitere Maier Sports Herrenjacken und Maier Sports Damenjacken folgten also. Seit 2018 wird bereits jede Jacke und Hose zu 100 Prozent ohne PFC produziert.

Maier Sports steht für Outdoorbekleidung die passt und in der man sich wohlfühlt - PFC-freie Kleidung

Auch Maul Sport fertigt PFC-freie Kleidung

Ein anderer deutscher Hersteller, nämlich Maul Sport aus München, fertigt seine Kleidung ebenfalls seit dem Jahr 2018 PFC-frei. Überhaupt legt das Unternehmen genauso wie Maier Sports grundsätzlich großen Wert auf Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit genauso wie auf faire Arbeitsbedingung und eine nachvollziehbare Lieferkette. Die Marke nutzt mehr und mehr Recyclingmaterialien, um eine umweltschonende Kreislaufwirtschaft zu unterstützen. Darüber hinaus erweitert Maul Sport seine Kollektion nach und nach um Naturfasern, die mit funktioneller Ausstattung kombiniert werden. Die eingesetzten Stoffe sind großteils nach den bluesign®-Prinzipien produziert und entsprechen dem OEKO-TEX(R) Standard 100, was umweltbelastende Substanzen ausschließt.

Perfekt ausgestattet mit der Outdoorbekleidung von Maul Sport - PFC-freie Kleidung

Gonso und Löffler ziehen bis Ende 2022 und 2023 nach

Auch Gonso und der österreichische Hersteller Löffler fertigen bereits teilweise PFC-freie Kleidung. Bis Ende 2022 bzw. 2023 werden beide Marken eigenen Angaben zufolge komplett auf eine PFC-freie Imprägnierung für Wanderhosen, Wanderjacken und andere Outdoor-Bekleidung umstellen.  Aber auch sonst soll die Produktion umweltfreundlicher und nachhaltiger ausfallen. So möchte Löffler auch den Naturfaseranteil in seiner Kleidung steigern, Mikroplastik vermeiden und mehr Fokus auf die Herstellung der Rohmaterialien innerhalb Europas legen.

Gonso Fahrradbekleidung

Fazit: Nachhaltige Outdoor-Bekleidung rückt immer mehr ins Bewusstsein

Ohne Frage muss gute Wanderbekleidung einiges leisten können, wenn es durch Wind und Wetter geht. Der Weg über per- und polyfluorierte Chemikalien -Produkte war lange Zeit eine Entscheidung, die auf der Funktion fußte, aber den Nachhaltigkeitsgedanken völlig ignorierte. Zum Glück findet nun ein Umdenken statt. Seit Maier Sport Pionierarbeit mit seinen Wanderhosen, Wanderjacken und anderer Funktionskleidung leistete und dazu überging, PFC-freie Kleidung zu produzieren, geht ein gewisser Ruck durch die Outdoor-Branche. Andere Hersteller folgen was PFC-freie Jacken und Hosen betrifft. Materialalternativen der Marke PFC-free stehen auf jeden Fall genug zur Verfügung. Man darf gespannt sein, was die Entwicklung für die Zukunft noch hervorbringt.

Löffler steht für Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit